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Fritz Kröll - der Pionier

Fritz Kröll wurde am 16.12.1934 im Bergbauernhof "Mitterhaus" als eines von insgesamt 6 Kindern, 4 "Buam" und 2 "Dirndln", geboren. Er besuchte 8 Jahre die Volksschule im Wald.

Während der Schule und nach dem beenden dieser, arbeitete er im elterlichen Bergbauernhof. Zu diesem Hof gehörte auch Almland im heutigen Königsleiten, die so genannte "Kothalpe". Hier besaßen sie eine kleine Almhütte, wo sie während der Bergmahd im Sommer und oft bis Mitte Januar wohnten. Die Hütte brannte im Jahre 1951 völlig ab und wurde gemeinsam mit dem Brandhilfeverein wieder aufgebaut.

Niemand ahnte noch, was einmal hier entstehen sollte...

 

Die Gemeinde Wald war damals sehr arm. Sie konnte sich nicht einmal einen Gemeindesekretär leisten.

Es ging das Gerücht herum, dass Herr Hofrat Wallack eine Straße quer über den Gerlospass bauen wollte. Dabei entstand die Idee, dieses Gebiet schitechnisch zu nutzen.

Herr Prof. Kruckenhauser, der Skipapst von Arlberg, beurteilte das Gelände und kam zu dem Ergebnis, dass sich Königsleiten sehr gut als Schigebiet eignen würde. Er war sogar der Ansicht, es könne sich zu einem der schönsten Schigebiete Österreichs entwickeln.

 

So wurde 1965 von Fritz Kröll, Andreas Bachmaier, Marianne Scarazzini, Eva Stöckl und Josef Vorreiter die Gerlospass-Königsleiten Bergbahnen Gesellschaft m.b.H gegründet.

Mit der Auflage des ersten Bebauungsplanes konnte das Almdorf zu wachsen beginnen, aber für einen Ausbau fehlte das nötige Geld.

Auf Ansuchen der damaligen Geschäftsführung der Bergbahnen, Fritz Kröll und Alois Hölzl, war die Raiffeisenkasse Wald nicht bereit, einen Kredit für die Bergbahnen zu vergeben. Weder war man von der Idee überzeugt, noch wollte man Vertrauen in die Pläne legen.

So mussten Fritz Kröll und Andreas Bachmaier ihre Almen mitsamt den Bauernhöfen verpfänden, um über den damaligen LHDr.Dr. Lechner, der Vorsitzender bei der Hypobank in Salzburg war, zu einem Kredit über 3 Millionen Schilling zu kommen.


Sie setzten Ihr ganzes Hab und Gut aufs Spiel, um diesen Kredit zu erhalten.

Von dem Geld wurde zuerst die Straße vom Almhof zur Liftstation gebaut. Mit seinem Moped fuhr Fritz des öfteren zur Baustelle der "Arge Staudamm Durlassboden" um ein paar Fuhren Schotter zu erbetteln. Vom restlichen Geld wurden 1967 der Bau der Materialseilbahn und der Einsersessellifte in Königsleiten finanziert. Dann war das Geld entgültig zu Ende.

 

Daraufhin streckten ein paar Münchner Investoren von der Merkurbau 2 Millionen Schilling vor! Natürlich taten Sie das nicht umsonst. Ein Monopolvertrag über alle zu verwerteten Grundstücke wurde abgeschlossen, welcher der Merkurbau eine Art  "Vorkaufsrecht" zu einem Kaufpreis von 80 Schilling pro Quadratmeter Baugrund einräumte. Von den 80 Schillingen mussten 50 Schillinge an die Hypobank zurückgezahlt werden, 30 Schilling durften Fritz und der Anderl behalten. Der so von der Merkurbau "erworbene" Baugrund wurde zu wesentlich höheren Preisen an Bauinteressenten der ersten Stunde weiterverkauft.

 

Nach der Fertigstellung des Sesselliftes musste man an die Verpflegung der Schifahrer denken, woraufhin Fritz Kröll im Betriebsgegebäute des Liftes das legendäre "Liftstüberl" betrieb. Dort verkaufte Fritz heiße Würstel, Suppen sowie Getränke.

Das Liftgeschäft ging im ersten Winter so schlecht, dass sie nicht überleben konnten.

Die Geschäftsführung der Gerlospass-Königsleiten Bergbahnen Gesellschaft m.b.H beschloss daher, noch den Schlepplift im Hochkar in Auftrag zu geben.

Da sie wenig Geld hatten, mussten Fritz Kröll und seine Helfer die Gittermaststützen auf der Schulter zu den Fundamenten tragen. Unterstützung bekamen sie dabei vom österreichischen Bundesheer, welches gerade eine Hochgebirgsübung durchführte.

 

Im Sommer 1969 nahm der frischgebackene Gastwirt den Bau des Alpengasthof Kröll in Königsleiten in Angriff. Ernst Strasser war damals Obmann des Gastgewerbeverbandes Oberpinzgau. Nach seinem Ermessen konnte Fritz Kröll als Bergbauer nur eine kleine Gastgewerbekonzession für 25-30 Betten erhalten. Nach dreijähriger Bauzeit konnte der Gasthof 1972 eingeweiht werden.

Im dortigen Keller befand sich die erste Kellerbar, wo sich die Menschen von weit her zum Ausgehen trafen. Auch bei der Kellerbar wurde ihm nach der 2. Saison nahegelegt, dass er für den Betrieb eine Barkonzession benötige, die ihm nach Ansuchen bei der Behörde Zell am See ausgestellt wurde. Somit erhielt er auch die Gasthofkonzession für unbeschränkte Bettenanzahl. Dem Weiterbau stand nun nichts mehr im Wege. Aus dem 35 Betten-Gasthof wurde schon bald ein anschaulicher Betrieb. Auch damals schon kamen Menschen aus aller Welt, um bei Fritz in der Wintersaison zu arbeiten.


Und ständig ging es bergauf...

Den kurzen Doppelsessellift und den Larmachlift bauten sie zeitgleich, wobei die Bauverhandlung und die Bauabnahme am selben Tag im Dezember stattfanden.

Damals wurde viel auf Risiko und ohne behördliche Genehmigung gebaut!

 

1978 lernte Fritz seine Frau Inge kennen und 1979 kam die Tochter Susanne zur Welt. Kurz darauf heirateten Fritz und Inge in der Sixtkapelle in Wald. Als Trauzeugen wurden der Altbürgermeister von Krimml, Her Oberholenzer Ferd und General Werner Hütt, der hier eine Hütte besaß, eingesetzt.

 

Um die Geschäfte der Bergbahnen anzukurbeln, hatte Fritz Kröll die Idee, vom Westen (Larmachbrücke) eine neue breite Zufahrtsstraße von der Gerlosbundesstraße ins Almdorf Königsleiten herauf zu bauen. Der Grund, über den die Straße gebaut werden sollte, gehörte den Bundesforsten. Nachdem der damalige Gemeindesekretär Hölzl Alois jahrelang mit den Grundverhandlungen an der Leitung der Bundesforste von Wald, Oberforstmeister Schuster/Palfinger scheiterte, beschloss Fritz Kröll, das Projekt in die Hand zu nehmen. Mit Hilfe eines Stammgastes aus Wien der den Generaldirektor der Bundesforste kannte und des Forstmeisters aus Mittersill, der gerade Urlaubsvertretung für den Oberforstmeister Schuster/Palfinger übernommen hatte, konnte Schuster/Palfinger während seiner Abwesenheit überlistet werden. Dadurch konnte der Vertrag über das neue Straßenprojekt mit den Bundesforsten geschlossen werden.

Im Januar 1979 bei minus 15° begann Fritz Kröll alleine mit den Holzschlägerarbeiten für die Trasse im Auffahrtsbereich. Nach dreijähriger Bauzeit konte die Straße, die von ihm selber finanziert wurde, fertig gestellt werden.

 

Die materiellen Auslagen von über 1 Million Schilling brachte Fritz Kröll in die Liftgesellschaft ein. Die ganze Arbeitszeit, die von ihm während dieser Zeit geleistet wurde, sowie die Arbeitszeit, die er seinem Hilfsarbeiter  Huber Rudi zahlte, leistete er für Königsleiten unentgeltlich.

Bei den Asphaltierungsarbeiten wurde Herr Ing. Leberbauer von der Güterwegabteilung des Landes als Bauleiter eingesetzt, der den Straßenbau 1982 zum Abschluss brachte.

Die Königsleitner Wintersportler, sowie Prominenz um Buchautor Walter Pause haben diese Straße "Fritz Kröll Straße" getauft.

Im selben Jahr wurde sein Sohn Stefan geboren.

 

Durch die wachsende Beliebtheit des Schigebietes musste der Gasthof mehrmals vergrössert werden. Schliesslich wurde 1986 mit den Bauarbeiten für das Hotel Alpenrose begonnen.

Doch schon bald nach der Inbetriebnahme musste dieses vergrößert und erweitert werden.

1993 baute Fritz dann die Apres Ski Schirmbar samt Ferienhaus direkt an der Piste. 1995 wurde das nächste Bauvorhaben in Angriff genommen, die Pizzaria mit Personalhaus und einigen Appartements. Passend zur Jahrtausendwende wurde die alte Kellerbar als Discotheque neu eröffnet.

Nach vielen infrastrukturellen Verbesserungarbeiten, neue Terrasse bei der Schirmbar, Personenaufzug im Hotel, Umgestaltung der Pizzaria etc. wurde 2003 die Alpenrose renoviert. Dabei entstand die Idee, eine Hotelbar zu errichten, die Schatzi Alm.

 

An seinem 70. Geburtstag wird der neue Hoteltrakt mit 40 Betten und ein neues Restaurant mit Bauernstube und Wintergarten eröffnet.


Wie er leibt und lebt...

Fritz Kröll ist Mitgründer des Almdorfes Königsleiten sowie Gründer der Königsleiten Bergbahnen. Noch heute stellt er 42% der Liftgesellschaft und ist somit Hauptgesellschafter.

Fritz war seit der Gründung der Königsleiten Bergbahnen bis ins Jahr 2000 (35 Jahre) ehrenamtlich und unentgeltlich als Geschäftsführer der Bergbahnen tätig. Neben seiner Tätigkeit als Gastwirt ist er heute noch leidenschaftlicher Bergbauer.

Fritz war bis heute keinen einzigen Tag nicht bei der Arbeit und Urlaub ist erst recht ein Fremdwort für ihn. Mit viel Fleiß, harter Arbeit, Geradlinigkeit und vor allem Ehrlichkeit hat er es nicht nur zu einem Großbetrieb, der Kröll's Alpenwelt GmbH&Co KG gebracht, er ist zudem als "Unikat" und "Original" weit über die Grenzen hinaus bekannt.

 

Trotz seines bewegten Lebens und seiner großen Erfolge ist unser Fritz bis heute ein einfacher, bescheidener Mensch geblieben.



 
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